
Sylvia Weser wurde in Oberschlesien, im heutigem Polen
geboren.
Schon von Jugend an interessierte sie sich für Kunst und
Kunsthandwerk und beschäftigte sich mit der Malerei und
Bildhauerei. Ihre Vorbilder waren und sind auch heute noch die
alten Meister, da für sie die Kunst - ganz wie die Puppenkunst,
der sie sich verschrieben hat - viel mit handwerklichem Können
zu tun hat. Ihre Liebe zu Puppen begann vor etlichen Jahren mit
dem Sammeln antiker Puppen.
Sie besuchte ihren ersten Reproduktionspuppenkurs und
beschäftigte sich fortan mit den Handwerkstechniken des
Puppenmachens vom Formenbau bis hin zum Brennen und Bearbeiten
von Porzellan. In dieser Zeit wurde der Wunsch, ein solches
Kunstwerk selbst zu schaffen, immer größer. Schon bei den
ersten Modellierversuchen mit Ton und Plastilin wußte sie, daß
sie ihre "Berufung" gefunden hatte. 1990 stellte Sylvia Weser
ihre Puppen erstmals der Öffentlichkeit vor. Seither hat sie
zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben
erhalten.
Zeitlos anmutige Kinderporträts, die den Betrachter verzaubern
sollen und ihn in die heile, unschuldige Welt seiner
idealisierten Kindertage zurückversetzen, das will Sylvia Weser mit
ihren Puppenkindern erreichen. Sie fertigt sie ausschließlich
aus Porzellan, da ihr dieses Material die einmalige Möglichkeit
gibt, "toter Materie Leben einzuhauchen". Meist sind es Unikate
oder Kleinstserien limitiert auf max. 10 Stück.
Charakteristisch für sie ist die bemerkenswerte, naturgetreue
Wiedergabe von Händen, Armen, Füßen und Beinen - sie sind nicht
nur perfekt modelliert, sondern geben jedem einzelnen
Puppengeschöpf soviel Leben, daß man meint, es könnte sich
bewegen. Den Körper näht sie aus Nessel und stopft ihn mit
Schafswolle. Alle ihre Puppen haben Glasaugen. Die Perücken
sind aus Echthaar und werden zum Teil von ihr selbst gefertigt,
gefärbt und frisiert.
Die Garderobe für ihre Puppenkinder entwirft und näht Sylvia
Weser selbst. Sie fällt immer individuell aus, da sie sehr
gerne schöne alte Stoffe und Accessoires verwendet. Dabei gilt
jedoch immer der Grundsatz, daß selbst aufwendigste Kleidung
und Dekoration sich dem gewünschten Ausdruck der Puppe
unterordnen muß.
Sylvia Wesers Puppen sind Spiegel ihrer Seele und es gibt für
sie nichts aufregenderes als die Puppe an der sie gerade
arbeitet. Die Gestaltung nach ihren eigenen Ideen, die
Möglichkeit Gefühle und Stimmungen für andere sichtbar zu
machen, begeistert sie zunehmend und gibt ihr die Inspiration
zu immer neuer Kreativität. Es sind wunderschöne anmutige
Geschöpfe, die vom Hauch der Unvergänglichkeit umgeben sind.
Die Ausstattung, der Gesamteindruck und die Ausdrucksstärke
ihrer Puppen stehen im Einklang der Harmonie und zeigen eine
unglaubliche Perfektion, die großes handwerkliches Können
voraussetzt.
