
Wie alles begann …
Ende der 80er Jahre kamen sie – die ersten „Künstlerpuppen“. Damals noch ein überschaubarer Kreis und alles auf Anfang!
Der Zufall wollte es, dass ich mit diesen, für Sammler ausgelegten Puppen, in Berührung kam. Ich kaufte mir eine Himstedt-Puppe namens Makimura und stellte fest, dass diese im Bekanntenkreis auf durchweg begeisterte und positive Reaktionen stieß. Bei mir kam die Idee für "Young Classics" auf.
Anfangs standen aufwändige Sammlermappen und die Suche nach Kontakten zu Künstlern und Sammlern. Es folgten sechs regionale und überregionale Ausstellungen in den Jahren 92/93. Der Zulauf war überwältigend.
Durch die dort ebenfalls präsentierten, künstlerischen Arbeiten des Ehepaars Langer/Komac war die Interessengemeinschaft gespalten. Das wurde schon auf den ersten Ausstellungen deutlich sichtbar. Für die einen zählte nur die kindliche Puppe, für die anderen das, was beste figürliche Gestaltungskunst und im herkömmlichen Bereich „Puppe“ eigentlich nichts zu suchen hatte.
Mit der Galerie-Eröffnung Ende 1993 gab es fortan einen festen Sitz für Young Classics in der Reutlinger Kaiserpassage. Dort folgten Ausstellungen und Präsentationen verschiedener Künstler, darunter mit Ella Hass (DK) und Rotraut Schrott.
Die überregionalen Ausstellungen reduzierte ich auf eine Themenausstellung jährlich in der Bodenseeregion (Kressbronn), eine letzte folgte noch im Jahr 2000 in der Stadthalle in Balingen.
Das Angebot war immer vielfältig. Originale von den Künstlern selbst - gefertigt in Porzellan, Keramik oder aus Modelliermasse. Jeder Künstler, jede Künstlerin hatte einen eigenen Stil, eigene gestalterische Schwerpunkte.
Sammler und Interessenten fanden in all den Jahren auf unseren Ausstellungen zeitgenössische Puppenkunst mit Arbeiten von international anerkannt guten Künstlern und Künstlerinnen aus Deutschland, Holland, Dänemark, Norwegen, Österreich, der Schweiz, USA und Russland.
Reproduktionen, Billigangebote und sog. "Design" wurde bei uns vergeblich gesucht. Wir haben uns strikt von dem distanziert, was professionell als "Künstlerpuppe" hochgepuscht wurde und dabei nichts anderes war, als fremdgefertigte Massenproduktion und Nachgemachtes.
Nur die Himstedt Kinder hatten bis zuletzt ihren eigenen Platz. Diese wurden - bis zur Schließung dieser Manufaktur im Jahre 2008 - in Annette Himstedts eigenen Werkstätten und unter ihrer Regie in Paderborn hergestellt und hatten ihren separaten Sammlerkreis.
Ende 2018 ging - mit der Schließung der Galerie in der Reutlinger Kaiserpassage - eine Ära zu Ende. Aber gerne blicken wir zurück!
Ursula Brosenne, 2025
